„Denn in der Ruhe liegt die Kraft“ - Resilienztraining für unsere Drittklässler

Wie gehe ich mit Streit um? Was kann ich tun, wenn mich jemand ärgert? Und wie schaffe ich es, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unserer dritten Klassen im Rahmen des Resilienztrainings „KraftRaum“, das an drei Terminen in den letzten Wochen an unserer Schule stattfand.
Geleitet wurde das Training von Nadja Maki, zertifizierte Resilienztrainerin und Gründerin des Projekts KraftRaum. Ziel des Programms ist es, Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken, sie im Umgang mit Konflikten zu unterstützen und ihnen Strategien für ein respektvolles und friedliches Miteinander an die Hand zu geben.
Von Beginn an gelang es Nadja Maki, die Kinder für die Inhalte zu begeistern. Mit ihrer offenen und humorvollen Art schuf sie eine Atmosphäre, in der die Schülerinnen und Schüler aktiv mitarbeiteten, eigene Erfahrungen teilten und sich auf neue Herausforderungen einließen. Schon nach dem ersten Termin war die Vorfreude auf die nächste Einheit deutlich spürbar.
Ein fester Bestandteil jeder Doppelstunde war eine Team-Challenge: Gemeinsam mussten die Kinder auf Zeit die Tische an den Rand schieben und einen Stuhlkreis aufbauen. Anfangs zeigte sich dabei noch die typische Dynamik einer Grundschulklasse – es wurde durcheinandergerufen und zu hektisch gearbeitet. Mit jeder Einheit gelang die Aufgabe jedoch schneller und koordinierter. Die Kinder erfuhren dabei ganz praktisch, wie hilfreich Ruhe, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sein können.
Im Mittelpunkt des Trainings standen Themen wie Mobbingprävention, Konfliktlösung und der Umgang mit Gefühlen. Spielerisch lernten die Kinder, verschiedene Rollen in Konfliktsituationen zu erkennen und darüber nachzudenken, wie Streitigkeiten entstehen und wie sie entschärft werden können. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass es häufig nicht um den eigentlichen Anlass eines Streits geht, sondern vielmehr um Aufmerksamkeit, Ärger oder verletzte Gefühle.
Ein zentrales Motto des Trainings lautet: „Ich bleibe ruhig und entspannt, denn in der Ruhe liegt die Kraft.“ In zahlreichen Übungen trainierten die Kinder deshalb alternative Reaktionsmöglichkeiten auf Beleidigungen und Provokationen. Statt impulsiv zu reagieren, lernten sie, ruhig zu bleiben, selbstbewusst aufzutreten und sich Unterstützung bei Freunden zu holen. Dabei spielt auch die Körpersprache eine wichtige Rolle: Mit gerader Haltung, Blickkontakt und innerer Ruhe kann man oft mehr erreichen als mit Gegenangriffen.

Besonders gelungen war die Verbindung von persönlichen Geschichten, praktischen Übungen und gemeinsamen Gesprächen. Die Kinder konnten sich dadurch leicht in verschiedene Situationen hineinversetzen und entwickelten eigene Ideen für den Umgang mit Konflikten. In den Feedbackrunden berichteten mehrere Schülerinnen und Schüler davon, einzelne Strategien bereits im Alltag ausprobiert zu haben – sei es im Umgang mit Geschwistern oder in Konfliktsituationen mit Freunden.
Auch das Thema Gefühle nahm einen wichtigen Platz ein. Die Kinder setzten sich damit auseinander, dass Gefühle wie Wut, Angst oder Enttäuschung ganz normal sind. Entscheidend ist jedoch, wie man mit ihnen umgeht.
Für uns als Lehrkräfte war es besonders interessant, die Klassen in diesem Rahmen einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben. Viele Kinder zeigten großes Interesse, beteiligten sich aktiv und nahmen die Inhalte ernst. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig solche Angebote für die Stärkung von Selbstvertrauen, Klassengemeinschaft und sozialem Lernen sind.

Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler sprach für sich: Als das Training schließlich endete, waren viele traurig, dass die gemeinsame Zeit vorbei war. Bei einer Schülerin flossen sogar Tränen, weil ihr die Stunden so gut gefallen hatten – ein besonders schönes Zeichen dafür, wie sehr die Kinder die Arbeit mit Nadja Maki geschätzt haben.

Ein besonderer Dank gilt Ewa Allegretti von der Jungen Integration, die die Durchführung des Projekts geplant und organisiert hat. Gemeinsam mit der Gemeinde übernahm die Junge Integration zudem die Finanzierung des Resilienztrainings und ermöglichte unseren Drittklässlern damit diese wertvolle Erfahrung. Abschließend geht auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Nadja Maki, für die abwechslungsreichen und wertvollen Einheiten sowie ihr Engagement für die Kinder. Unsere Drittklässler konnten zahlreiche Impulse für einen respektvollen Umgang miteinander, mehr Selbstvertrauen und innere Stärke im Schulalltag mitnehmen.

Stephanie Müller, Lehrerin der Klasse 3a der Grundschule am Kirchplatz

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